von David Pharao
Regie: Ali Samadi Ahadi
Bühne und Kostüme: Dietrich von Grebmer
Dramaturgie: Martin Vöhringer
Für einen Job würde Gérard mit seiner Gattin Colette um die halbe Welt reisen. Er ist seit drei Jahren arbeitslos, 52 Jahre alt und mit seinen Hoffnungen ziemlich am Ende. Wider Erwarten hat er plötzlich doch Aussicht auf eine Anstellung. Die letzte Hürde ist lediglich ein Abendessen mit dem zukünftigen Chef. Allerdings zuhause bei Gérard und Colette! Der freundliche Nachbar Alexandre wittert eine perfide Falle. An einem solchen Abend dürfe man sich nicht die kleinste Blöße geben. Großzügig bietet Alexandre seine Hilfe an – Imageberatung ist schließlich sein Metier. In einer Hauruck-Aktion versucht nun der Nachbar, aus dem bieder gestrickten Paar zwei weltgewandte Gastgeber zu machen. Und weil Colette am Herd eine Niete ist, bereitet Alexandre selbst ein Menü zu. Voilà, der Gast kann kommen.
Die Komödie Der Gast (L’ Invité) von David Pharao war in Frankreich ein Publikumsrenner und wurde 2004 mit dem Prix Molière ausgezeichnet. Sie ist nicht nur gespickt mit rasanten, humorvollen Dialogen und erblüffenden Wendungen, sondern auch eine Satire über unsere heutige Zeit der ‚Flexibilität’: Wie weit geht man für einen Job?
Der im Iran geborene deutsche Regisseur Ali Samadi Ahadi wurde 2005 durch seinen preisgekrönten Dokumentarfilm Lost Children bekannt. Im Sommer 2009 lief sein Spielfilm Salami Aleikum, zu dem er auch das Drehbuch schrieb, mit großem Erfolg im Kino und erhielt den Preis der deutschen Filmkritik für den besten Debütspielfilm.
Sein neuestes Projekt, der Dokumentarfilm The Green Wave über die iranische Protestbewegung im Sommer 2009, wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Genfer Menschenrechtspreis. Die einstündige Fernsehfassung mit dem Titel Iran Elections 2009 erhielt 2011 zudem den Grimme Preis in der Kategorie Information und Kultur.
Vorstellungsdauer: ca. 2:05 Stunden, 1 Pause



